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M.V.V.M.

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Donnerstag, 24. Mai 2012, 08:38

Die Entführung von Ruby Rankover

Ich baue schon mal vor und eröffne hier ein neues Thema für meine nächste Story.

Worum geht's?
Es geht um die Entführung eines acht Jahre alten Jungen. Es geschieht am hellichten Tag. Profiarbeit. Der Vater des Jungen ist Lieutenant Commander bei der Navy. Doch es gibt eine überraschende Wendung als der Onkel des Jungen, ein Verkäufer von Computern plötzlich im Mittelpunkt der Ermittlung steht. Was hat er damit zu tun? Hat er seinen Neffen wirklich entführt? Für den Vater des Jungen eine unvorstellbare Nachricht. Wird er seinen Sohn jemals wieder sehen?

Episode 1: Entführung eines acht Jahre alten Jungen

Der schwarze Lieferwagen bremste scharf und die hinteren Schiebetüren flogen auf. Zwei kräftige, behandschuhte Hände packten den kleinen Jungen, der gerade auf dem Weg zur Schule war und zerrten ihn mühelos in das Gefährt. Die Türen flogen mit einem lauten Krachen zu und der schwarze Lieferwagen beschleunigte wieder. Dabei kreischten die durchdrehenden Reifen auf dem schwarzen Asphalt. Um das Geschrei des Jungen abzustellen, klebten sie ihm den Mund mit einfachem Paketklebeband zu und verbanden ihm die Augen. Eine Sicherheitsmaßnahme, obwohl sie schwarze Skimasken trugen. Sie sagten kein Wort um nicht etwaige Hinweise zu hinterlassen, die den Behörden helfen könnten sie zu identifizieren. Deshalb gaben sie sich gegenseitig zuvor ausgemachte Handzeichen um sich zu verständigen. Die Männer in dem Lieferwagen waren Vollprofis. Das war nicht ihre erste Entführungsaktion. Der einzige Unterschied zu dieser Entführung bestand darin, dass sie nicht im Auftrag der Regierung handelten. Sie hatten diese Aktion auf eigene Rechnung durchgeführt. Sie brauchten nicht mal einen Plan auszuarbeiten, da sie bereits Routine für diese Art von Aktion besaßen. Der erste Schritt war erfolgreich verlaufen. Von nun an würde es ein leichtes sein, das Vorhaben fortzuführen.

Die Überwachungskameras im Einkaufszentrum ‚Life’s Shopping‘ in Los Angeles, erfassten um 08.00 Uhr einen zirka 1‘93 Meter großen Mann. Von der Statur her war er ein Durchschnittstyp, sowie jeder andere Besucher des Einkaufszentrums. Er hatte eine Tasche geschultert und bewegte sich zielstrebig durch das Einkaufszentrum. Als er auf der Rolltreppe stand winkte er in die Kameras und setzte, unten angekommen seinen Weg fort. Er ging mit durchschnittlicher Schnelligkeit und blickte in die Schaufenster der Geschäfte. Die Türen dieser Geschäfte waren noch verschlossen und würden erst in einer halben Stunde öffnen. Die Geschäfte die keine Türen hatten, wurden durch große Tore, die sich elektrisch heben und senken ließen, abgeschottet. Als er am Südende des Gebäudes angekommen war, machte er halt und kramte in seinen Hosentaschen nach dem Schlüssel, der die Tür zu seinem Laden öffnete. Über dieser hing ein beleuchtetes Schild auf welchem ‚IT and Electronics Shop‘ stand. Er fischte ihn heraus und sperrte die gläserne Doppeltür auf. Dann trat er ein und verschloss die Tür wieder. In seinem Laden blickte er sich zufrieden um und stellte fest, dass alles noch so war, wie er das Geschäft gestern Abend verlassen hatte. Die Notebooks von den verschiedenen Herstellern waren der Reihe nach aufgestellt und warteten nur darauf, hochgefahren zu werden. Er ging nach hinten in einen Nebenraum, der für die Angestellten war und legte seine Sachen in seinen Spind. Diesen versperrte er mit dem Schlüssel und trat wieder hinaus um die Geräte hochzufahren. Der Laden bot verschiedenstes an: Notebooks von ASUS, SONY, TOSHIBA, Packard Bell, HP und die sogenannten MacBooks von Apple, große Desktop-PCs von denselben Herstellern. In einem anderen Bereich des Geschäfts fanden sich verschiedene Handys allen voran das iPhone 4S von Apple und die verschiedenen Tablet-PCs. Zusätzlich bot er auch noch Router und Switches und die dazugehörigen Kabeln an. Er liebte diesen Laden, seit er ihn vor einem Jahr eröffnet hatte. Davor hatte er in einem großen Unternehmen gearbeitet und war viel unterwegs. Großteils im Ausland und das öfters gleich für mehrere Wochen. Er hatte dieses Leben satt und hatte sich entschieden hier einen Laden für IT und verschiedene elektronische Dinge zu eröffnen. Dafür hatte er ja über die verschiedenen Jahre genügend Reserven zurückgelegt, die ihm dann halfen, hier Fuß zu fassen. Die Kunden liebten seinen Service und auch seine vier Angestellten waren mit voller Leidenschaft dabei. Das Fachwissen brachten alle mit und er war ein gerechter Vorgesetzter. Wenn seine Leute Probleme hatten, privat wie beruflich half er ihnen dabei sie aus der Welt zu schaffen. Meistens gab er ihnen für solche Angelegenheiten frei und gab ihnen verschiedene Tipps. Für seine 34 Jahre war er sehr erfahren als Vorgesetzter. Der Laden lief gut und er hatte alles im Griff. Um 8.15 Uhr tauchte Christine im Laden auf. Die gleiche Prozedur. Sie schloss auf, trat ein und versperrte die Tür wieder. Auch sie verschwand in dem Nebenzimmer und kam drei Minuten später wieder raus. „Morgen Tom.“, begrüßte sie ihn danach.
„Morgen Christine.“, erwiderte er ihren Gruß. Sie half ihm dabei die verschiedenen Gerätschaften hochzufahren. Immer das Gleiche. Man drückte auf den Einschaltknopf, dann kam erst mal in die BIOS-Ebene. Das BIOS System stellte erst mal fest, welche Hardwarekomponenten an dem Gerät angeschlossen war und leitete dann die Startsequenz ein. Danach kam man zum Anmeldebildschirm, wo man das benutzereigene Kennwort eingeben musste und erst dann folgte der Desktop mit einem eigens angelegten Design. Hier konnten die Kunden sich einen kleinen Überblick verschaffen. Tom verwendete, nachdem der PC oder das Notebook hochgefahren war, den Shortcut: Windows-Taste plus Pause und kam damit in die Systemübersicht, wo er die verschiedenen Eigenschaften des Systems, wie zum Beispiel den Prozessor oder die Grafikkarte einsehen konnte. Bei einem der ASUS Modelle las er die verschiedenen Komponenten ab und verglich sie mit den Angaben auf dem Preisschild, da ein Kunde ihn gestern darauf hingewiesen hatte, dass die Daten nicht übereinstimmten. Und tatsächlich auf dem Schild standen, dass das Notebook über 6GB RAM oder auch Arbeitsspeicher verfügte. Richtig gestellt waren jedoch 8GB Arbeitsspeicher installiert. Er entfernte das fehlerhafte Schild und ging nach hinten in den Lagerraum, wo er am PC die Daten änderte und ausdruckte. Den Ausdruck schnitt er mit der Schere auf den Millimeter zurecht und setzte es dann in die Folie ein, die er danach wieder unter dem Gerät anbrachte. Er blickte auf seine Uhr. Es war nun 8.23 Uhr. Seine anderen beiden Angestellten waren auch schon eingetroffen und bereiteten sich auf die Arbeit vor. Jetzt wo alle Geräte hochgefahren waren, ging er in den Pausenraum und schaltete die Kaffeemaschine ein. Die Maschine erwachte zum Leben und fing an zu arbeiten. Er ließ für jeden seiner Leute eine Tasse des Gebräus hinunter und reichte jedem die seinige. Er hatte damals Tassen mit den Namen der Angestellten besorgt. Da waren Christine, Evan und Charlie. Loyale Mitarbeiter, die wirklich mit ihrem Herz dabei waren und den Leuten gerne halfen. Tom dachte, dass es nicht schlecht sei die Tür schon vorher aufzusperren und so ging er hinüber und ließ die ersten wartenden Besucher hinein. Fünf Minuten vor Beginn, dass machte er jeden Freitag so. Es brachte nicht mehr Geschäft ein, doch Tom konnte so besser auf die Kunden eingehen und seine Angestellten standen dann nicht so unter Druck. Eine alte Dame betrat das Geschäft und blickte sich ratlos um. Tom trat einen Schritt auf sie zu und fragte dann höflich: „Kann ich Ihnen helfen?“
Die Frau musterte ihn und beschloss dann wohl, dass er ein freundlicher junger Mann war. „Ja, junger Mann. Ich benötige einen Laptop für meinen Enkel?“
„Natürlich kann ich Ihnen helfen. Wie alt ist Ihr Enkel?“
„Er wird nächste Woche 23 Jahre alt und er wünscht sich so ein Ding zum Geburtstag. Das Dumme ist nur, ich kenne mich damit nicht sonderlich gut aus und mein Sohn kommt leider nicht mehr dazu etwas zu besorgen. Ich hab hier einen Zettel.“, erwiderte die alte Dame und fing an in ihrer Handtasche zu suchen. Tom wartete geduldig und blickte immer wieder zu seinen Angestellten, die ihm grinsend zusahen. Mit dem Mund formte er lautlos die Worte: „Was glotzt ihr denn so?“
Evan konnte sich schon fast nicht mehr halten und fing an leise zu lachen. Dies verleitete Tom dazu selbst zu grinsen. Dann blickte er wieder zu der alten Dame, die in diesem Moment den Zettel herausholte. Sie hielt ihm das weiße Stück Papier hin und sagte: „Hier ist er, der Schlingel. Ich hoffe ich halte Sie nicht von der Arbeit ab.“
„Aber nicht doch. Dafür bin ich ja da.“, erwiderte Tom und warf einen Blick auf den handgeschriebenen Zettel:

Toshiba Qosmio X775, Intel Core Prozessor 2,5 GHz, 6GB RAM, 640 GB HDD, 17.3“ Screen, 1,5 GB GDDR5 NVIDIA GeForce GTX 560M Graphikkarte

„Ja, das Gerät haben wir lagernd. Ich kann es Ihnen sogar zeigen.“, erklärte Tom und ging voraus um die alte Dame zu besagtem Notebook zu führen. Er hielt vor einem hellgrauen Notebook, dessen Farbverlauf gegen Ende in ein kräftiges Rot verlief. „Das wäre dann das Gerät.“
Er gab das Passwort ein, da das Notebook automatisch in den Ruhezustand gegangen war und den Benutzer damit gesperrt hatte. Der Vorgang dauerte keine Minute, schon war Tom wieder im Geschehen. Die alte Dame schien sich nicht sonderlich gut auszukennen mit solchen Geräten, deshalb hob sie beschwichtigend die Hände und sagte: „Ist schon gut. Ich kenn mich da sowieso zu wenig aus, also sparen Sie sich die Zeit junger Mann und packen es mir ein.“
Tom nickte amüsiert und griff sich seine Schlüssel um den Kasten darunter aufzusperren. Darin hob er verschiedene Verpackungen hoch, bis er nach der vierten Schachtel das richtige Gerät in der Hand hielt. „Ich trage es Ihnen vor zur Kassa.“, sagte er und bewegte sich mit dem Karton auf die Kassa zu. Dort scannte er den Strichcode und sagte dann zu der alten Dame: „So bitte schön, dass macht dann 1.065 Dollar. Sollte etwas mit dem Gerät sein, können Sie es jederzeit zu uns bringen und wir kümmern uns dann um das Problem.“
Die alte Dame nickte zufrieden und zückte ihre Geldbörse. Aus diesem blätterte sie mehrere Geldscheine auf den Tresen. Tom machte sich nicht die Mühe das Geld anzufassen um nachzuzählen. Er blickte ihr nur auf die Finger und wusste dann die Endsumme. Sie hatte außerdem einen Zehner zu viel auf den Tresen gelegt, so dass die Gesamtsumme 1.80 Dollar betrug. Tom griff sich einen der Zehner und gab ihn der alten Dame zurück. „Der hier ist zu viel.“
Dann öffnete er die Kassa und holte einen fünf Dollar Schein hervor, den er der alten Dame samt der Rechnung übergab. „Viel Spaß mit dem Gerät und einen schönen Tag noch.“, verabschiedete er die Dame.
„Vielen Dank. Ich wünsche Ihnen auch einen schönen Tag.“
Die alte Dame verließ das Geschäft. Sie hatte eine Tragetasche in der linken Hand mit dem Notebook darin.

Das Atom-U-Boot USS San Francisco war im Mittelmeer unterwegs. Lieutenant Commander Richard Rankover, war für die Satellitenüberwachung zuständig und koordinierte die Einsatzkräfte entsprechend, wenn es Probleme gab. Er war stolz darauf seinem Land zu dienen. Alle seine Verwandten hatten irgendwas mit dem Militär zu tun. So war sein Vater, wie schon er selbst einmal Captain bei der Navy gewesen. Seine Frau Erica hatte er bei der Navy kennengelernt. Sie war auf der USS Ronald Reagan stationiert. Ihr Rang war der eines Ensign. Sein Bruder Jonathan war bei der Air Force und seine beiden Schwestern Caroline und Abigail waren Analysten beim Navy Nachrichtendienst. Einzig sein verhasster Bruder Tom musste ja das schwarze Schaf der Familie sein. Er war nur ein einfacher Verkäufer von Computern, nachdem er mit 25 die Navy verlassen hat. Eine Schande für die Familie, wie sein Vater immer zu sagen pflegte. Das einzige was er an seinem Job hasste war, dass sein achtjähriger Sohn Ruben bei den Nachbarn wohnen musste, wenn er und seine Frau unterwegs waren. Das bereute er an diesem Job. Doch sein Sohn würde es eines Tages verstehen, wenn er selbst mal Offizier bei der Navy oder Air Force war. Außerdem war er in zwei Wochen schon wieder daheim, denn dann kehrte die USS San Francisco zurück auf die NAVAL AIR STATION NORTH ISLAND in San Diego. Von dort trennten ihn nur noch zwei Stunden mit dem Auto von Los Angeles und seinem Sohn. Seine Frau würde frühestens in zwei Monaten wieder daheim sein. Auch das war ein Nachteil seines Berufes. Er hatte kaum Zeit mit seiner Familie. Doch das war nun mal der Weg. Er hatte seinen Vater auch nicht immer zu Gesicht bekommen, da dieser monatelang unterwegs war. Vielleicht war sein Bruder deshalb nicht beim Militär geblieben, da er mehr Zeit mit seiner Tochter verbringen wollte. Ach quatsch. Deborah hat ihn damals verlassen und irgendeinen reichen Typen geheiratet. Außerdem lebte Tom in Maryland und sie war nach Los Angeles gegangen.

Selina Town saß in ihrer Küche und las dort in der Zeitung etwas über das politische Geschehen in Amerika und wie der Präsident der Vereinigten Staaten sein Wahlprogramm erklärte. Ruby war vor einer Stunde aus dem Haus, in die Schule gegangen. Er würde erst wieder mittags heimkommen, bis dahin hatte sie die Zeit für sich. Ihr Ehemann Jack war mal wieder mit dem SEAL TEAM unterwegs und so war sie allein daheim. In zwei Wochen würde Ruby wieder bei seinem Vater sein und sie war dann so gut wie ganz allein. Was würde sie dann wohl machen? Wo sie doch den Kleinen in ihr Herz geschlossen hatte. Sie hatte keine Kinder, wollte nie welche haben, doch durch Ruby hat sie ihre Meinung geändert. Sie wusste nicht wie ihr Ehemann Jack darüber dachte, doch sie würde einfach beim nächsten Mal die Pille weglassen und ihr Glück versuchen.

Ruby Rankover saß allein in einer kleinen Zelle und weinte vor Angst. Er wollte zu seinem Papa und seiner Mama. Er wollte wieder nach Hause. Nicht zu seiner Tante Selina, nein er wollte zu sich nach Hause. Dort wo er mit seinen Eltern lebte. Die Männer machten ihm Angst. Sie hatten ihm die Augenbinde abgenommen und auch das lästige Klebeband hatten sie ihm vom Mund entfernt. Das war richtig schmerzhaft gewesen. Danach hatten sie ihm eine Flasche mit Wasser gebracht. Dabei hatten die Männer kein Wort gesagt. Auch ihre schwarzen Skimasken hatten sie aufbehalten. Der kleine Ruby weinte immer lauter. Er schluchzte und Tränen rannen an seiner Wange hinab. Dicke Tränen. Er hatte Angst, dass er für immer an diesem einsamen, grauenvollen Ort bleiben musste und seine Eltern nie wieder sah.

Ein Anruf ging auf dem U-Boot USS San Francisco ein. Richard ging ran. Dann ging es alles ziemlich schnell. „Wir haben Ihren Sohn Lieutenant Commander.“, sagte eine verzerrte Stimme.
Richard riss die Augen auf und wollte bereits etwas erwidern, als die Stimme fortsetzte: „Wenn Sie ihn lebend wiedersehen wollen, dann beschaffen Sie uns die Abschusscodes für die Raketen des Atom-U-Boots USS San Francisco auf dem Sie stationiert sind.“
„Das … Das kann ich nicht.“, erwiderte Richard stotternd. Für ihn war das Ganze ein böser Alptraum aus dem es kein Erwachen gab.
Am anderen Ende der Leitung vernahm er ein ernstes Seufzen: „Dann werden wir Ihren Sohn jetzt töten.“ Richard war geschockt. Die hatten seinen Sohn. „Bitte nicht!“, brüllte er in das Telefon. Es war so laut, dass sich die Offiziere zu ihm umdrehten und Captain Jackson auf ihn zukam.
„Sie haben Hundertzwanzig Stunden Zeit um uns die Codes zu besorgen, andernfalls schicken wir Ihnen Ihren Sohn Ruby in handliche Einzelteile zerlegt nach Hause.“, erklärte die Stimme in ernstem Ton. Dann war die Leitung wieder frei. „Lieutenant Commander Rankover, würden Sie sich erklären?“, fragte der Captain in lautem Ton.
Richard war nicht fähig eine Antwort zu geben. „Lieutenant Commander Rankover!“, brüllte der Captain.
Als er noch immer keine Antwort gab und seine Augen sich mit Tränen füllten, befahl der Captain: „Chief Petty Officer Triton!“
„Ja SIR!“
„Holen Sie den Doktor hierher. Er soll einen Blick auf Lieutenant Commander Rankover werfen.“
Mit einem Schlag erhielt der Captain eine Antwort und Reaktion von Rankover. „Die haben meinen Sohn!“, rief er und sprang auf.
Der Captain verstand sofort was los war und fragte nach: „Wer hat Ihren Sohn? Was wollen die?“
„Ich weiß es nicht wer die sind.“
„Was wollen die?“, wiederholte der Captain seine Frage.
„Die Abschusscodes für die Nuklearraketen.“
„Chief Petty Officer Triton, geben Sie an den Maschinenraum durch, dass wir sofort auftauchen. Kontaktieren Sie außerdem, dass Weiße Haus, dass wir es mit einer ernsten Bedrohung zu tun haben. Geben Sie durch, dass jemand den Sohn von Lieutenant Commander Rankover in seiner Gewalt hat und die Abschusscodes für die Nuklearwaffen für das Leben des Jungen fordert.“
„Verstanden SIR!“, erwiderte der Chief Petty Officer und leitete sofort alles in die Wege.
„Wir kümmern uns um die Angelegenheit! Außerdem organisiere ich einen Heimflug für Sie. Sie sind spätestens morgen wieder daheim.“, erklärte der Captain entschlossen.
Richard nickte nur, da er mit den Gedanken weit weg war.

[FORTSETZUNG FOLGT...]

Mit freundlichen Grüßen

M.V.V.M.
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Angel (1. Juni 2012, 00:24)

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Sonntag, 10. Juni 2012, 12:27

Episode 2: Neue Erkenntnisse

Im Weißen Haus wurde der Präsident der Vereinigten Staaten von seinem Stabschef von den neuesten Geschehnissen unterrichtet. Raymond Fence traute seinen Ohren nicht. „Alarmieren Sie das FBI!“, befahl der Präsident und rieb sich die Schläfen.
„Schon geschehen, die überprüfen jetzt alles und jeden, mit denen der Junge zu tun hatte. Vielleicht können wir ihn finden. Wir sollten jedoch versuchen, den Vater zu erklären, dass die Sicherheit der USA wichtiger ist, als das Überleben eines Kindes.“, erklärte der Stabschef.
Der Präsident sah geschockt auf. Dabei stieß er einen lauten Seufzer aus. Verdammt, es waren nur noch wenige Monate bis zu den Wahlen und jetzt kam so etwas. Die Leute würden ihn in der Luft zerreißen, wenn rauskam, dass er beschlossen hatte, dass das Leben eines Kindes weniger wert war, als das von über 300 Millionen US-Bürgern. Andererseits konnte er die Schuld auf die Eltern des Jungen schieben, die sich nicht genug um ihn gekümmert hatten. „Okay, sagen Sie dem Vater des Jungen, dass ich ihn morgen Früh hier im Oval Office empfange.“
„Das wird knapp, denn der Vater des Jungen befindet sich gerade an Bord des Atom-U-Bootes USS San Francisco und das patrouilliert gerade im Mittelmeer. Er ist frühestens morgen Vormittag hier.“
„Dann soll er hier erscheinen, sobald er wieder da ist. Und schicken Sie ihm eine Maschine der Air Force, die noch im Mittelmeerbereich stationiert ist.“
„Wird erledigt Sir.“

Die FBI Zentrale in Los Angeles erlebte gerade wieder eine Krisensituation. Special Agent Frederick Hawkes saß an seinem Schreibtisch und wusste nicht mit wem er zuerst telefonieren sollte. Klar war es wichtig den Jungen zu finden, das hatte ihm sein Vorgesetzter, Special Agent in Charge Howard Trent, deutlich klar gemacht. Er wählte die Nummer des Vaters des Jungen, da er noch ein paar Informationen brauchte. „J … Ja?“, meldete sich dieser zögerlich.
„Lieutenant Commander Rankover? Ich bin Special Agent Hawkes vom FBI. Ich hätte da noch ein paar Fragen an Sie. Haben Sie irgendwelche Verwandten hier in Los Angeles? Bruder, Cousin, Schwester, Vater oder irgendjemanden dergleichen?“
„Nicht das ich wüsste! Könnte sein, dass ein Cousin von mir da lebt. Ich weiß es wirklich nicht.“
„Okay, dass finden wir schon raus. Haben Sie irgendwelche Feinde? Jemanden der Ihnen droht oder der Ihnen und Ihrer Familie Schaden zufügen will?“
„N… Nein. Ich weiß es nicht.“, erwiderte Richard verunsichert.
„Okay, auch das werden wir herausfinden. Ich möchte, dass Sie mich informieren, wenn die Entführer Sie wieder kontaktieren. Melden Sie sich außerdem bei mir, wenn Sie wieder da sind.“
„Okay.“, erwiderte Richard.
Der FBI Agent legte auf. Er rief ein spezielles Programm auf, mit welchem er Daten abgleichen konnte. Als Stichwort legte er den Nachnamen fest: Rankover
Bis die Suchanfrage bearbeitet war, würden bestimmt Stunden vergehen. Der Agent stand auf und holte sich fürs erste Kaffee. Der Automat war ja zum Glück nicht weit weg. Er ließ sich das heiße Getränk in seine Tasse füllen und ging dann wieder zurück zu seinem Schreibtisch. Das Programm war bereits fertig. Das ging ja schnell, dachte Hawkes und setzte sich. Das Programm fand nur einen einzelnen Treffer. Es handelte sich dabei um einen gewissen Tom Rankover. Er führte einen Laden im Shoppingcenter „Life’s Shopping“. Vielleicht sollte ich den netten Herrn darüber informieren, dass ein Verwandter von ihm entführt wurde. So hatte er zumindest eine Ansprechperson, bis der Vater wieder hier war. Der Agent stand auf und schlüpfte in sein Sakko. Seine Autoschlüssel lagen auf dem Schreibtisch. Er griff danach und verschwand in die Tiefgarage. Dort waren mehrere Ford Crown Victoria geparkt. Er stieg in den schwarzen Wagen, der auf Parkplatz 1058 stand. Der Motor sprang an und Hawkes fuhr los.

Der Verkehr war ein Wahnsinn. Hawkes brauchte beinahe zwei Stunden um zu dem Einkaufszentrum zu gelangen. Das war alles andere als spaßig. Es wurde gehupt, geschimpft und die Leute gingen sich schon gegenseitig an die Gurgel. Das war LA, ein einziges Chaos. Hawkes wusste nicht, wie er nur so dämlich gewesen sein konnte, sich hierher versetzen zu lassen. In Washington war alles anders. Er hatte einen Verdächtigen viel schneller erreicht. Obwohl, Mr. Rankover war ja kein Verdächtiger, noch kein Verdächtiger. Dann endlich nach 1 Stunde und 56 Minuten parkte er endlich auf dem riesigen Parkplatz vor dem Einkaufszentrum. Er blieb am unteren Parkdeck stehen, für den Fall, dass Mr. Rankover doch etwas mit der Sache zu tun hatte. Aber er würde alles sehen. Er betrat das Gebäude und ging durch das Einkaufszentrum. Dann blieb er vor einem IT Laden stehen und blickte hinein. Er konnte Rankover nirgends entdecken. Na Toll, dachte er und setzte sich derweilen in ein Kaffee und überwachte das Geschäft.

Tom war unterwegs um ein paar Besorgungen zu machen. Dabei legte er einen kurzen Stopp in Beverly Hills ein und parkte etwas abseits eines riesigen Anwesens. Auf dem Beifahrersitz seines Ford Mustang Cabrios hatte er ein Fernglas liegen. Er ließ das Fenster runter und hielt sich das Fernglas vors Gesicht. Dann sah er sie. Sie war groß geworden und hatte das gleiche rote Haar wie ihre Mutter. Heute wurde sie zwölf Jahre alt. Tom wünschte, er könnte seiner Tochter näher sein. Doch ihre Mutter würde das nicht gut heißen. Sie hielt ihn für zu gefährlich für seine Tochter. Gefährlich? Er hatte es für sie getan. Nicht für ihn selbst. Gut er war nie da, wenn sie ihn brauchte. Doch das war es ihm wert gewesen. Doch mittlerweile war er hier zu Hause, um ihr näher zu sein. Tom hatte ihr gesamtes Leben verpasst. Das hatte er sich vorzuwerfen. Er legte den Feldstecher wieder zurück auf den Beifahrersitz und fuhr los.

Ein 1’93 Meter großer Mann erregte seine Aufmerksamkeit. Rankover war wieder da. Also ging Hawkes hinein und trat zu dem Mann hinüber. „Mr. Rankover?“, fragte er ganz sachlich.
„Ja?“, fragte dieser vorsichtig.
„Mein Name ist Frederick Hawkes. Ich bin Special Agent beim Federal Bureau of Investigation.“, stellte sich Hawkes vor.
„Hab ich was angestellt?“, fragte der Inhaber und lächelte dabei. Ein ehrliches Lachen. Soviel konnte Hawkes sagen. „Es geht um Ruben Rankover. Er ist heute entführt worden.“
„Ruby? Mein Neffe?“, fragte Rankover überrascht und blickte geschockt drein. Er hatte zwanzig Dienstjahre auf dem Buckel um zu wissen, wann jemand log und wann jemand wirklich geschockt war.
„Ja. Ihr Neffe. Hören Sie, Ihr Bruder kommt frühestens morgen zurück. Deshalb sind Sie die einzige Ansprechperson die ich habe.“, erklärte der Agent.
„Ich habe meinen Neffen schon gut drei Jahre lang nicht mehr gesehen. Ebenso meinen Bruder.“, erwiderte Rankover.
„Ich möchte nur, dass Sie in der Nähe bleiben, für den Fall das wir den Jungen finden. Können wir ihn dann zu Ihnen bringen?“, fragte der Agent.
„Klar. Ich gebe Ihnen meine Adresse.“, sagte Tom. Hawkes sah ihm zu wie er seine Adresse auf ein Stück kariertes Papier kritzelte. Hawkes nahm den Zettel dankend entgegen und verließ das Geschäft wieder. Er ging zurück zu seinem Wagen und fuhr zurück ins Büro.

Der zweimotorige Tranporthubschrauber Boeing-Vetrol CH-47 Chinook hob mit Lieutenant Commander Richard Rankover an Bord von der USS CARL VINSON ab. Der Hubschrauber flog ihn zurück ans Festland, wo er mit einer Maschine zurück nach Washington reiste. Dort würde er vom Präsidenten empfangen werden, ehe er dann nach Los Angeles zurückkehrte und dort diesen FBI Agenten aufsuchen würde. Er hoffte, dass man seinen Sohn fand. Er würde es nicht ertragen können, wenn Ruby nicht mehr heim kam. Jemand musste es Erica sagen. Jemand musste ihr sagen, dass Ruby entführt wurde. Der Flug würde 13 Stunden dauern. Bis dahin konnte er es ihr schonend beibringen. Doch was wollten diese Typen mit den Abschusscodes? In dem Moment wo sie sie hätten, wären sie schon wieder geändert worden. Das brachte nichts. Was konnte noch dahinter stecken? Vielleicht hatte er wirklich jemanden verärgert, der nun Rache an ihm nehmen wollte. Das war doch Unsinn. Er hatte sich keine Feinde gemacht. Außer seinen Bruder Tom, doch dem traute er so eine Tat nicht zu. Aber wer konnte das schon wissen. Richard konnte in die Menschen ja nicht hineinsehen, nicht mal in seinen Bruder. Doch so eine Untat traute er ihm einfach nicht zu. Dafür kannte er ihn zu lange. Aber was konnte dann dahinter stecken?

Cal Breckintale hatte acht Jahre lang bei den Special Forces gedient. Danach war er von der Regierung für ein spezielles Programm ausgewählt worden und hatte danach nur noch die Drecksarbeit erledigt. Wenn unerwünschte Personen verschwinden mussten, dann war er derjenige den man schickte. War ein Reporter im Ausland gefangen genommen worden, schickte man ihn hin um ihn zu befreien. Wenn er dann auch noch über irgendeinen Blödsinn schreiben wollte, bekam er eine Kugel in den Kopf. Er hatte diese Arbeit nicht immer gern getan. Die haben ihn in jedes Drecksloch dieser Welt geschickt um dort die Scheiße wegzuräumen. Dieses Mal war es anders. Dieses Mal hatte er nicht für die Regierung gearbeitet. Dieses Mal hatte er für sich selbst gearbeitet. Bald würde sein Plan vollends ausgeführt sein. Er wusste, dass diese Typen in Washington die Codes auf der Stelle ändern würden, doch das war ihm egal. Die Codes waren dann verfügbar und konnten übertragen werden. Was auch immer jetzt passieren mochte, er war auf alles vorbereitet. Das FBI konnte ihn nicht finden und auch die Polizei würde Schwierigkeiten haben. Überall hatte er seine Leute sitzen, die ihm den Rücken freihielten und ihn informierten, wenn etwas sich tat. Dafür war er ausgebildet worden. „Cal!“, rief Jon, einer seiner engsten Freunde und Verbündeten. „Der Junge hat Hunger.“
„Dann holt ihm was von der Burgerbude. Zeigt ihm, dass wir auch freundlich sind.“, erwiderte Cal. Er hatte eine markante, tiefe rauchige Stimme. Dabei klang er eigentlich immer wie ein Gentleman. Seine Freunde und auch die Leute bei der Army sagten immer, er sah Jeremy Irons ziemlich ähnlich. Bis auf die Hakennase. Die war Cals Markenzeichen. Er holte sein Satellitentelefon heraus und rief seine Freundin an. „Wie läuft’s bei dir Schatz?“, fragte er.
„Sehr gut. Das FBI hat dem Fall einen gewissen Agent Hawkes übergeben. Ein großer stämmiger Typ. Könnte mitunter gefährlich werden. Soll ich ihn ablenken?“
„Tu was notwendig ist. Wir sitzen demnächst schon in einem vollgetankten Privatjet in Richtung Bahamas. Dort werden wir uns erst mal erholen und dann abtauchen.“, erklärte Cal.

Tom saß in dem Raum für die Angestellten und blickte in der Gegend herum. Er musste diese Information verarbeiten. Sein Neffe war entführt worden. Verdammt, wo war sein Bruder nur wieder reingeraten? Er würde tun was notwendig ist um seinen Neffen Ruby zu befreien. Doch dafür brauchte er etwas mehr als nur seine alten Fähigkeiten. Er brauchte einen Ansatzpunkt, etwas wo er mit den Ermittlungen beginnen konnte. Doch irgendetwas stimmte nicht, weder Richard, noch Erica waren in einflussreichen Positionen und die Beiden hatten auch nicht wirklich ein übermäßig großes Einkommen. Klar, sie verdienten nicht schlecht, doch nicht genug um für Verbrecher interessant zu sein. Es musste etwas mehr dahinter stecken, als das FBI und Richard wussten. Er würde den letzten Weg von Ruby zurückverfolgen. Vielleicht fand er dann Hinweise auf die Motive der Täter. „Christine?“, rief Tom nach draußen. Seine Angestellte kam sogleich angelaufen. „Was gibt’s Tom?“
„Ich überlass dir die Leitung des Ladens. Ich muss einer privaten Sache nachgehen.“, erklärte er und holte seine Tasche aus dem Spind. Dann schritt er eilig durch die Maßen des Einkaufszentrums, hinauf zu seinem Wagen. Er sprang in das Cabrio und startete den kraftvollen V8 Motor. Er legte den Rückwärtsgang ein und rollte langsam aus der Parklücke. Er verließ das Parkdeck und ordnete sich im Verkehr ein.

Eine halbe Stunde später parkte er vor einem Einfamilienhaus in einer normalen Wohnsiedlung. Er stieg aus und blickte sich sorgfältig um. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite lag das Haus von seinem Bruder. Tom fragte sich, ob Richard wohl zu Hause war. Er schritt über die Straße und klopfte an die Tür. Nichts rührte sich. Niemand da. Tom ging zurück zu seinem Wagen und versuchte sich zu orientieren. In dem Moment tauchte ein schwarzer Crown Victoria mit Regierungskennzeichen in der Straße auf. Tom drehte sich weg und ging langsam von seinem Mustang weg. Er wollte wie ein normaler Spaziergänger wirken. Er blickte interessiert auf die Häuser, jedoch vermied es lange auf einen Punkt zu starren. Er wollte nicht wie ein Auskundschafter aussehen und so schritt er in langsamen, gemütlichen Schritten über den Gehsteig. Dabei drehte er sich manchmal zur Seite, so dass er den Mann sehen konnte, der aus dem Wagen stieg. Rankover prägte sich die Hausnummer des Wohnsitzes ein, an dessen Tür der Agent klopfte. Es handelte sich um diesen Agent Hawkes.

Raymond Fence saß hinter seinem Schreibtisch und schaute in den Nachrichten nach, ob schon irgendjemand spitz bekommen hatte, dass ein Junge entführt wurde. Doch die Nachrichten zeigten nur etwas über die schlimmen Beben in Italien, ein Zugunglück in Pennsylvania, eine alte Schauspielerin, die vor wenigen Stunden gestorben war. Nichts von einem kleinen entführten Jungen. Raymond stand auf und schritt ein paar Mal hin und her. Was hatten die nur vor? Sie wollten die Abschusscodes für Atomraketen. Keine Chance, die Codes würden geändert sein, bevor diese Typen sie in die Griffe bekommen hätten. Doch so dumm, konnten die nun wirklich nicht sein. Aber was konnte dann dahinterstecken? Diese Typen waren Profis. Vielleicht sogar Insider. Ehemalige CIA Agenten oder weiß der Kuckuck von welcher Organisation sie kamen. Sie hatten einen kleinen Jungen in ihrer Gewalt und forderten so absurde Dinge?

Der Agent war im Haus verschwunden. Dabei war Tom etwas aufgefallen. Der Junge hatte bei der Nachbarin gewohnt. Dies rang ihm ein Lächeln ab. Sein Bruder war nicht auf die Idee gekommen ihn zu fragen, ob er auf den Jungen aufpassen wollte. Okay Richard wusste nicht, dass Tom nach Los Angeles gekommen war. Da die Luft nun rein war und Tom einen neuen Anhaltspunkt hatte, ging er die Straße hinunter und suchte nach etwas bestimmten. Kurz vor der Bushaltestelle wurde er fündig. Auf dem Asphalt befanden sich schwarze Reifenspuren von dem Fahrzeug. Am Randstein fand er die runden Abdrücke der Reifen. Tom schätzte, dass es sich hierbei um einen Lieferwagen gehandelt hatte. Der Abstand der Reifen ließ zumindest den Schluss zu. Tom schätzte, dass es sich um Profiarbeit handelte. Vermutlich sogar ehemalige Angehörige von Spezialeinheiten. Rankover ging die Szene in Gedanken durch. Ruby kam aus dem Haus und wechselte auf die andere Straßenseite. Er kam vielleicht sechs Meter weit, ehe ein großer Wagen scharf abbremste und mit den Felgen den Randstein erwischte. Die Reifen rieben sich ab und hinterließen schwarze Spuren an der Gehsteigkante. Es waren auf jeden Fall mehrere Leute an der Entführung beteiligt. Einer der Beteiligten packte Ruby und zerrte ihn blitzschnell in den Wagen hinein. Die Aktion dauerte nur ein paar Sekunden. Tom blickte sich um. Keine Kameras. Nichts, was ihm einen Hinweis hätte liefern können. Die Tür ging auf und der Agent kam auf die Straße hinaus getreten. Tom hatte keine Möglichkeit sich zu verstecken. Er drehte sich nach Norden und schlenderte langsam dahin. Doch der Agent hatte ihn entdeckt. „Mister?“, rief er über die Straße zu Tom. Rankover konnte spüren, wie der Mann langsam nach seiner Waffe griff. Er blieb stehen und drehte sich langsam zu ihm herum. Hawkes war schon in seine Richtung unterwegs. Rankover konnte das Erstaunen in seinen Augen sehen. „Mister Rankover?“, fragte der Agent und nahm sogleich die Hand von seiner Glock weg. „Was tun Sie hier?“
„Meinen Neffen suchen. Was soll ich sonst hier machen?“, blockte Tom
Der Agent blickte an ihm vorbei. Irgendwas stimmte nicht.
„Ich nehme Sie mit. Sie können mir dann gleich ein paar Fragen beantworten.“, erklärte Hawkes und ging mit Rankover zu seinem Wagen hinüber. Rankover ging ohne Widerstand mit und fuhr mit dem Agenten zurück in die FBI Zentrale.

Richard saß in dem riesigen Transportflugzeug der US Air Force und war gerade über dem Atlantik. Sein Sohn brauchte ihn dringend und er brauchte noch immer 10 Stunden, bis er wieder in Los Angeles war. Wie konnte er es seiner Frau nur halbwegs schonend beibringen? Vielleicht wusste sie es ja schon. In diesem Moment wünschte er sich, dass er damals wie sein Bruder die Navy verlassen hätte und seine Familie um sich hatte. Dann wäre diese Entführung vermutlich nicht geschehen. Doch wer konnte das schon sagen. Vielleicht wäre die Entführung geschehen, vielleicht auch nicht und vielleicht war sein Sohn schon wieder gefunden worden.

Tom blickte aus dem Wagen und dachte an Ruby. Wenn dieser FBI Agent nur halb so viel Hirn gehabt hätte wie er, dann hätte er die Reifenspuren entdeckt und wäre dem Finden von Ruby schon wieder einen Schritt näher. Er hatte es vermasselt. Der Plan war gefährdet. Doch wie sollte es nun weitergehen? Tom musste sich nun dringend etwas einfallen lassen um den Plan doch noch durchführen zu können. Alles hing von diesen Reifenspuren ab.
Sie entschieden über Erfolg und Misserfolg. Über Leben und Tod.

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Angel (12. Juni 2012, 18:49)

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3

Dienstag, 4. September 2012, 15:22

Episode 3: Eine mysteriöse Vergangenheit

Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde. Tom hatte sich die ganze Zeit über in Schweigen gehüllt. So wie er es gelernt hatte. Gib nichts Preis über dich, denn andernfalls bist du entweder tot oder landest im Gefängnis. An ihm war irgendwie ein Terrorist verloren gegangen. Doch trotzdem hatte er schlimme Sachen gesehen und auch schlimme Sachen getan. Dieser Agent Hawkes wusste nur die Hälfte über ihn. Es hätte ihn nur einen Anruf gekostet und schon hätte er alle relevanten Infos über diesen Agenten zusammen gehabt. Das nächste Mal. Tom kehrte mit seinen Gedanken wieder zu dem Tatort zurück. Irgendwas hatte ihn dort noch gestört. Er wusste nicht was genau es war, dafür hatte er nicht lange genug Zeit gehabt um sich gründlich umzusehen und Unregelmäßigkeiten festzustellen. Andernfalls wäre er jetzt sicher schon einen Schritt weiter. Der Agent stellte den Wagen auf einem freien Parkplatz vor dem FBI Gebäude ab und er und Tom stiegen aus. Hawkes führte ihn ins Gebäude und brachte ihn in einen der Verhörräume. Er kettete ihn mit Handschellen an einen Ring, der unter dem Tisch angebracht war. „Eine Vorsichtsmaßnahme.“
„Die unnötig ist.“, erwiderte Rankover und blickte angefressen auf die Fesseln.
„Ich bin gleich zurück.“, sagte der Agent und verließ dann gelassen den Raum.
Tom verzog das Gesicht und suchte in den Ecken nach Überwachungskameras. Es hing eine in der linken gegenüberliegenden Ecke und sie war direkt auf Tom gerichtet. Mit seiner freien Hand winkte er in die Kamera und lächelte. Vielleicht war es wirklich Zeit mal einen Gang höher zu schalten. Nach fünf Minuten kehrte der Agent wieder zurück und hatte eine Akte unter dem Arm eingeklemmt. In dem Verhörraum war es unangenehm heiß. Der Agent lockerte seine Krawatte und legte die Akte vor sich auf den Tisch. Er schlug sie auf und schüttelte nur den Kopf. „Sie sind ein unbeschriebenes Blatt Mister Rankover. Ihr Neffe ist verschwunden und Sie sind irgendwie mein Hauptverdächtiger. Wo waren Sie heute Morgen so gegen acht Uhr?“
„Ich hab meinen Laden auf Vordermann gebracht. Es gibt dutzende Kameras die mich dabei erfasst haben.“
Kurze und präzise Antworten. Rein Informativ. „Seit wann sind Sie in Los Angeles?“, fragte der Agent weiter. Standardfragen. Finde so viel wie möglich über einen Verdächtigen heraus. Tom kannte das Spielchen zu gut. Er hatte schon oft in solchen Räumen gesessen. „Ich bin vor etwa einem Jahr hierher gezogen.“
„Und aus welchem Grund?“, fragte der Agent.
„Es handelt sich dabei um eine private Angelegenheit.“, gab Tom zurück.
„Wie etwa die Entführung Ihres eigenen Neffen?“, fragte der Agent und ließ Tom nicht aus den Augen.
Rankover schüttelte den Kopf und erwiderte: „Wenn Sie es wirklich wissen wollen. Ich hatte mein Leben in Maryland satt und wollte mal etwas Abwechslung reinbringen. Deshalb bin ich nach Los Angeles gezogen.“
Noch war der Agent freundlich. Doch Tom wettete, dass er jederzeit den harten Bullen auf den Tisch packen konnte und dann war Schluss mit Lustig. „Ich glaube Ihnen irgendwie nicht. Das wäre zu einfach. Warum sind Sie hier? Sie verbergen etwas Mister Rankover. Ich sehe es in Ihren Augen. Lügen Sie mich nicht an. Andernfalls wird das eine unangenehme Befragung.“
Tom blickte Hawkes direkt in die Augen und machte keine Anstalten seinen Blick wegzunehmen. „Ich will Ihnen helfen. Seien Sie kein Idiot. Wer hat den Jungen?“
„Ich weiß es nicht. Das ist die Wahrheit.“
Hawkes schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. „Jetzt reicht es langsam. Meine Geduld ist am Ende. Sagen Sie mir wer den Jungen hat. Dann handle ich einen Deal aus.“
„Ich … weiß … es … nicht. Wie oft noch?“
Der Agent blickte zur Seite und verzog seine Mundwinkel. „Okay. Dann reden Sie halt nicht mit mir. Ich stecke Sie in Untersuchungshaft. Dort werden Sie nette Gesellschaft von ein paar netten Motorradfahrern haben, die wegen einer laufenden Morduntersuchung dort einsitzen. Vielleicht können die Sie umstimmen.“
Nur zu, dachte Tom. Hawkes kam um den Tisch herum und befreite Tom von den Handschellen. Rankover stand auf und ging mit Hawkes nach draußen. „Bringt ihn in die Justizanstalt. Dort wird er vorerst in Untersuchungshaft kommen. Ich will ihn in fünf Stunden wieder hier haben. Los jetzt.“, sagte er in autoritärem Ton und ein junger Agent kam angerannt um den Gefangenen abzuholen.
„Kommen Sie. Auf geht’s!“, sagte der Agent.
Tom ging widerstandslos mit. Was sollte er auch groß tun können?

[FORTSETZUNG FOLGT...]

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Angel (4. September 2012, 23:06), sven1421 (4. September 2012, 16:58)

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